Beiratssitzung


Beirat beschließt Kernthema 2011: „Consumer Confusion. Vom überforderten zum mündigen Verbraucher“

Beirat beschließt Kernthema 2011: „Consumer Confusion. Vom überforderten zum mündigen Verbraucher“

Für sein vergangenes Arbeitstreffen hat sich der Beirat des Nestlé Zukunftsforums selbst beim Wort genommen und die eigenen Impulse umgesetzt: In der Küche von Johan Lafer entfachten die Beiratsmitglieder im November 2010 das vielbeschworene „soziale Lagerfeuer“. Nach einer professionellen Kücheneinweisung wurde gemeinsam geschnippelt, gekocht und schließlich gespeist. Am Esstisch ging es dann neben dem kulinarischen Genuss um neue Kernthema für das Jahr 2011: „Consumer Confusion. Vom überforderten zum mündigen Verbraucher“. Es ergänzt das Themenfeld „Ernährung als sozialer Kitt“.

Viele Menschen möchten sich ausgewogen ernähren, es gelingt ihnen aber trotz aller Bemühungen nicht. Der Grund ist die Überfülle an teilweise widersprüchlichen Informationen zu Produkten oder über die „richtige“ Ernährungsweise. „Consumer Confusion“ heißt dieses Phänomen, das alle Schichten der Gesellschaft durchzieht.


Die Leute wollen sich gesund ernähren. Aber sie wissen nicht wie und scheitern an der Fülle der Informationen. Die Kernfrage ist deshalb: wer muss was tun, um Verbraucherinnen und Verbraucher zu befähigen, sich ihren Wunsch nach gesunder Ernährung zu erfüllen.

 

Renate Schmidt

Renate Schmidt

 

Zur Vorbereitung des neuen Themas hat TNS Infratest ein Factbook mit dem Titel „Consumer Confusion“ erstellt. Die Kernthesen des Factbooks lauten:
  • Überforderung ist kein gesellschaftliches Randthema, sondern hat alle Schichten erreicht, unabhängig von Bildung und Einkommen.
  • Es gibt unterschiedliche Phänomene: Die subjektive Überforderung bezieht sich auf die Bewältigungsstrategien des Einzelnen. Objektive Überforderung entsteht durch die Flut unterschiedlicher und teilweise widersprüchlicher Informationen auf Produkten, zum Beispiel Kennzeichnungen und Siegel, bei Werbebotschaften oder in Medienberichten.
  • Die Verunsicherung und Orientierungslosigkeit heutiger und vor allem zukünftiger Verbrauchergenerationen wird eher zu- als abnehmen. Dieser Wandel zwingt uns zur Verhaltensänderung.

 

Peter Wippermann


Es gibt immer mehr Wissen, es gibt immer mehr Informationen, die verbreiten sich sogar explosionsartig. Dafür brauchen wir neue Werkzeuge. Man betrachte den Zuwachs an Apps. Damit lassen sich Informationen individualisieren. Diese Individualisierung von Information wird derzeit im Markt massenhaft verbreitet.

Peter Wippermann

 

Die Prognose des NZF-Beirates ist Programm und Auftrag zugleich

Der achtköpfige Beirat diskutierte am Folgetag das Programm des NZF 2011 und erarbeitete folgende Prognose: „Heute fühlen sich die Verbraucherinnen und Verbraucher (zunehmend) von einer Flut teils widersprüchlichen Informationen konfrontiert, die es immer schwieriger macht, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Damit sich dies nicht weiter negativ auf das Ernährungsverhalten auswirkt, bedarf es Lösungen, die Wissensverunsicherung zu mindern“.

Ansatzpunkte, um Consumer Confusion zu reduzieren

Dabei stand die Frage: „Was muss wer tun, damit überforderte Verbraucher „mündig(er)“ werden? im Zentrum der Beiratssitzung. Identifiziert wurden vier Ansatzpunkte, wie Consumer Confusion reduziert werden kann:

  • Orientierung: Höhere Qualität von Informationen.
  • Transparenz: Verbraucherschutz und verlässliche Kennzeichnung.
  • Vertrauen: Neue Anforderungen an Marketing, Werbung und Kommunikation.
  • Individuelle Bewältigungsstrategien: Reduzierte Komplexität als Antwort auf Verunsicherung.

 

Jens Krüger

Die klassische Reaktion überforderter Verbraucher ist: Sie entwickeln Strategien, die Verantwortung an die Marke zu delegieren. Gleichzeitig findet eine kritische Diskussion in den Medien statt über diese Marken. Das führt zu Irritationen selbst beim aufgeklärten Verbraucher.

Jens Krüger

NZF bringt Wissen und Erfahrung verschiedener Communitys zusammen

Consumer Confusion, darin waren sich alle einig, ist ein Phänomen, das nicht unterschätzt werden darf. Problematisch wird eine Überforderung im Ernährungsverhalten, wenn es nicht „nur“ um das psychische und physische Wohlbefinden Einzelner geht, sondern wenn ganze Gruppen in unserer Gesellschaft davon betroffen sind. Das NZF will deshalb zum Nachdenken anregen. Es trägt die Frage „Wie werden überforderte zu mündigen Konsumenten?“ in das breite Netzwerk des Nestlé Zukunftsforum. Das NZF initiiert 2011 Debatten in unterschiedlichen Fachcommunitys. Diese Frage wird Thema verschiedener Dialogveranstaltungen sein. Darüber diskutieren Wissenschaftler, Lebensmittelkonzerne, Handelsvertreter, Politiker, Marketingexperten, Kommunikationsprofis, Trendforscher, Kochschüler, Studenten und NGOs und andere nach. Dabei sollen Empfehlungen und Vorschläge entwickelt werden. Auch auf dieser Website wird es Dialogangebote geben, damit auch Verbraucher ihre Meinungen äußern können.

 

Man kann das Attribut "gesund" oder "ungesund" nicht auf ein einzelnes Lebensmittel anwenden. Über Gesundheit entscheidet allein der Gesamtverzehr über einen längeren Zeitraum – nicht das einzelne Produkt. Einer der größten Fehler in der öffentlichen Diskussion ist die permanente teilweise instrumentalisierte Polarisierung von Lebensmitteln in "gesund" oder "ungesund", bzw. "gut" und "schlecht".

 

Thomas Ellrott

Thomas Ellrott

Der Beirat wird Handlungsempfehlungen aus verschiedenen Bereichen auswerten. Beim nächsten NZF-Symposium werden diese von Akteuren aus den Bereichen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft mit Verantwortung und Gestaltungsspielraum öffentlich diskutiert.

 


Vergangene Beiratssitzungen:

Deutschland is(s)t einsam! – Der Beirat stellt Handlungsalternativen vor.

Nachdem der Beirat des Nestlé Zukunftsforums bei seiner ersten Sitzung im Frühjahr 2010 Richtung und Themenschwerpunkte der zukünftigen Arbeit festgelegt hatte, diskutierte der NZF-Beirat in der zweiten Sitzung im August 2010 über das Problemfeld: „Das aktuelle Ernährungsverhalten und die Esskultur führen zu einem zunehmenden Verlust des gesellschaftlichen Zusammenhalts“.

Ziel war es, Handlungsempfehlungen zu erarbeiten, die auf dem ersten öffentlichen Symposium des Nestlé Zukunftsforum am 6. September 2010 in Berlin vorgestellt werden ...

Deutschland is(s)t einsam! – Der Beirat stellt Handlungsalternativen vor.

Nachdem der Beirat des Nestlé Zukunftsforums bei seiner ersten Sitzung im Frühjahr 2010 Richtung und Themenschwerpunkte der zukünftigen Arbeit festgelegt hatte, diskutierte der NZF-Beirat in der zweiten Sitzung im August 2010 über das Problemfeld: „Das aktuelle Ernährungsverhalten und die Esskultur führen zu einem zunehmenden Verlust des gesellschaftlichen Zusammenhalts“.

Ziel war es, Handlungsempfehlungen zu erarbeiten, die auf dem ersten öffentlichen Symposium des Nestlé Zukunftsforum am 6. September 2010 in Berlin vorgestellt werden konnten.

Renate Schmidt, Johann Lafer und Gerhard Berssenbrügge diskutieren in der zweiten Sitzung des Beirats des Nestlé Zukunftsforums im August 2010 über das Problemfeld: „Das aktuelle Ernährungsverhalten und die Esskultur führen zu einem zunehmenden Verlust des gesellschaftlichen Zusammenhalts“.

Unter dem Vorsitz von Renate Schmidt, Bundesfamilienministerin a.D., kristallisierte sich in der intensiven Diskussion vor allem ein Fakt heraus: Ernährung ist in aller Munde, wenn danach gefragt wird, WAS wir essen, wie gesund und ausgewogen dies ist oder wie qualitativ hochwertig die Produkte sind. Die Frage aber, WIE wir essen und welche gemeinschaftsfördernde Funktion gemeinsame Mahlzeiten haben, scheint bei Vielen nicht im Blickfeld zu sein.

Gunther Hirschfelder und Thomas Ellrott, Mitglieder im Beirat des Nestlé Zukunftsforums (NZF), auf der Beiratssitzung.

Viele reden darüber, was wir essen. Die Bewertung einzelner Lebensmittel nach dem Gesundheitsnutzen steht daher oft im Vordergrund der Diskussion. Dabei ist es für die Gesundheit mindestens ebenso relevant, WIE wir essen. Der soziale Kontext hat wesentliche Auswirkungen auf die Gestaltung des Essens und dessen Gesundheitswert.

Thomas Ellrott



Essen ist ein Spiegel der Gesellschaft


Der Beirat des Nestlé Zukunftsforum (NZF) ist überzeugt: Die soziale Funktion von Ernährung ist ein verkanntes Problem, nicht allein wegen seiner gesundheitlichen Auswirkungen, es hat gesamt-gesellschaftliche Relevanz. Es gibt einen engen Zusammenhang zwischen sozialer Spaltung und Ernährung: Sind Menschen sozial schwach integriert, wird Essen und Trinken auch nicht als sozialer Anker wertgeschätzt, so auch die aktuellen Erkenntnisse im „NZF-Factbook“, einer Faktensammlung, die das Denkwerk Zukunft – geleitet von Prof. Meinhard Miegel – für das NZF erstellt hat. Die Anzahl der Menschen, die alleine oder in gemeinschaftsabträglicher Atmosphäre essen, nimmt deutlich zu. In Zukunft wird sich dieser Trend sogar rasant steigern.

Vier Problemgruppen lassen sich identifizieren, bei denen sich die Wechselwirkungen zwischen individuellem Ernährungsverhalten und gesellschaftlicher Wirkung oft negativ gegenseitig beeinflussen: Alleinlebende (insbesondere ältere Menschen), sozial schwache bzw. bildungsferne Familien mit Kindern, Berufstätige sowie ältere Menschen (v.a. Heimbewohner).

Was also sind die gesellschaftlichen Auswirkungen, wenn eine Esskultur, die auf Gemeinschaft zielt, in Deutschland immer mehr verloren geht? Die Vereinsamung nimmt zu, Sozial- und Sprach-kompetenzen von Kindern und Jugendlichen nehmen ab, weil das gemeinsame Tischgespräch entfällt. Die Spaltung der Gesellschaft vertieft sich, weil unter anderem gemeinsames Essen mit Familie und Freunden immer seltener Verluste an anderen Stellen ausgleicht, und weil Essgewohn-heiten die Schichtzugehörigkeit verstärken.

Renate Schmidt, Vorsitzende des Beirats des Nestlé Zukunftsforums, auf der Beiratssitzung.


Natürlich ist Essen und Trinken an erster Stelle Privatsache. Aber als „Alt-68zigerin“ sei es mir gestattet, die noch ältere Wahrheit auch auf unser Thema zu projizieren: Das Private ist immer auch politisch, mit erheblichen gesellschaftlichen Wirkungen

Renate Schmidt

 

Der Beirat diskutiert Handlungsoptionen, die auf Veränderung zielen

Vor diesem Hintergrund schlägt das Nestlé Zukunftsforum vor, neue Orte zu schaffen, an denen auch außerhalb von Familien gemeinsam gegessen, aber auch gekocht wird. Zudem setzt sich das Expertengremium dafür ein, die Vereinbarkeit von Arbeit und Leben um die Dimension Essen und Trinken zu erweitern (Work-Life-Food-Balance) und mit öffentlichkeitswirksamen Kampagnen wie einem „Geschmacks-PISA“ die Ernährungs- und Kochkompetenz in Deutschland zu steigern. Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung wie Betriebs- und Schulkantinen sollen zudem zu Orten der Geschmacksbildung und Gemeinschaftsförderung werden.

Der Beirat des Nestlé Zukunftsforum sieht in vier Handlungsfeldern Ansatzpunkte, die gemeinschafts-fördernde Funktion von Essen und Trinken zu fördern:

    1. Handlungsempfehlung: Das Nestlé Zukunftsforum fordert dazu auf, dass Plattformen, Begegnungsorte, „Third Places“ und Angebote in sozialen Netzwerken ins Leben gerufen, gefördert und betrieben werden, wo gemeinsam gegessen, gemeinsam gekocht und/oder kochen gelernt werden kann. In dem Zusammenhang sollen erfolgreiche Best Practice Projekte gestärkt, multipliziert und öffentlich gemacht werden.
    2. Handlungsempfehlung: Das Nestlé Zukunftsforum fordert dazu auf, haushaltsnahe Dienstleistungen, Services und Produkte zu entwickeln, zu fördern und auf den Markt zu bringen, die die Vereinbarkeit von „Work-Life-Food-Balance“ gezielt stärken und die das selber Kochen mit frischen Lebensmitteln unterstützen.
    3. Handlungsempfehlung: Das Nestlé Zukunftsforum fordert dazu auf, einen Wettbewerb in Form eines „GeschmacksPisa“ durchzuführen sowie Informationskampagnen und öffentlichkeitswirksame Maßnahmen zu planen, zu finanzieren und umzusetzen, die die Wertschätzung für Essen als sozialen Kitt wieder stärker ins Bewusstsein rücken.
    4. Handlungsempfehlung: Das Nestlé Zukunftsforum fordert dazu auf, dass Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung zu Orten werden, an denen man nicht nur gut, sondern auch in gemeinschaftsfördernder Atmosphäre mit anderen gerne isst.



Das Ziel: Eine neue, soziale Kultur der Ernährung


Das NZF ruft die in seinem „Thesenpapier“ adressierten Akteure auf, aktiv zu werden und gemeinsam Verantwortung zu übernehmen, damit sich eine neue, soziale Kultur von Ernährung entwickelt.

Der Beirat schlägt konkrete Vorhaben vor und adressiert diese an Akteure aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, nachzulesen im „Thesenpapier des NZF-Beirates“. Hier nur einige Beispiele:
  • Medien, Restaurantbesitzer und Unternehmen sollten gemeinsame Angebote entwickeln, wie sich Alleinesser zum gemeinsamen Essen verabreden können.
  • Das Bundesfamilienministerium wird aufgefordert, für die Mehrgenerationenhäuser einen Kriterienkatalog zu erstellen, wie dort die gemeinschaftsfördernde Funktion von Essen und Trinken noch gezielter gestärkt werden kann.
  • Lebensmittelhersteller wären prädestiniert dafür, Convenience-Produkte zu entwickeln, mit denen mehr Zeit für gemeinsames Essen bleibt, die zugleich das (fertig) Kochen mit frischen Lebensmitteln fördern.
  • Arbeitgeber und Gewerkschaften sollten Dienstleistungen für Berufstätige anbieten, um deren Work-Life-Food-Balance zu fördern.
  • Schulen und Bildungsminister könnten einen Beitrag leisten, in dem sie beim geplanten Ausbau von Ganztagsschulen Wert darauf legen, beim räumlichen und pädagogischen Angebot die Gemeinschaftsfunktion von Essen mit Ernährungsbildung zu fördern.
  • Auf dem Symposium des Nestlé Zukunftsforum am 6.9.2010 in Berlin werden diese Empfehlungen vorgestellt und öffentlich zur Diskussion gestellt. Das NZF ruft die angesprochenen Akteure auf, aktiv zu werden und gemeinsam Verantwortung zu übernehmen, damit sich eine neue, soziale Kultur von Ernährung wieder entwickelt. Das vollständige Thesenpapier des NZF finden Sie hier.

     



     

    Konstituierende Sitzung des Nestlé Zukunftsforums: Von den Problemen zu Lösungsansätzen

    Im Frühjahr 2010 traf sich der Beirat des Nestlé Zukunftsforums zu seiner ersten Sitzung in Frankfurt. Eine angeregte Diskussion startete mit der Frage, wie eine neue Kultur der Ernährung aussehen kann. Schnell wurde klar: Diese Frage kann nur beantwortet werden, wenn man sich die heutigen Problemfelder ansieht, die aus der Wechselwirkung von Ernährungsverhalten und gesellschaftlichem Wandel entstehen. Darüber hinaus müssen die Auswirkungen auf die Zukunft ausgelotet werden. Auf dieser Basis können dann Stellschrauben identifiziert werden, die eine neue Kultur der ...

    Konstituierende Sitzung des Nestlé Zukunftsforums: Von den Problemen zu Lösungsansätzen

    Im Frühjahr 2010 traf sich der Beirat des Nestlé Zukunftsforums zu seiner ersten Sitzung in Frankfurt. Eine angeregte Diskussion startete mit der Frage, wie eine neue Kultur der Ernährung aussehen kann. Schnell wurde klar: Diese Frage kann nur beantwortet werden, wenn man sich die heutigen Problemfelder ansieht, die aus der Wechselwirkung von Ernährungsverhalten und gesellschaftlichem Wandel entstehen. Darüber hinaus müssen die Auswirkungen auf die Zukunft ausgelotet werden. Auf dieser Basis können dann Stellschrauben identifiziert werden, die eine neue Kultur der Ernährung möglich machen. Die erste Beiratssitzung unter Vorsitz von Renate Schmidt bestimmte die Richtung der zukünftigen Arbeit, die Themenschwerpunkte wurden festgelegt.

    Die konstituierende Sitzung des Nestlé Zukunftsforums im Frühjahr 2010: Von den Problemen zu Lösungsansätzen.

    Zieht man die Ergebnisse der Nestlé Studie „So is(s)t Deutschland“ heran, so erhält man einen fundierten Einblick, warum sich das Ernährungsverhalten der Deutschen und die Auswirkungen des gesellschaftlichen Strukturwandels gegenseitig bedingen und nicht selten auch negativ bestärken.

    • Ernährung ist ein Stück Lebensqualität: Eine gute Ernährungsweise liegt dem Großteil der Deutschen am Herzen: 64 Prozent der Befragten messen ihr eine große bis sehr große Rolle im eigenen Leben bei. Für jeden Zweiten bedeutet ausgewogene Ernährung sogar ein wichtiges Stück Lebensqualität.
    • Alltagshektik diktieren die Mahlzeiten: Bei rund einem Drittel der Deutschen wird das Essverhalten von einem unregelmäßigen Tagesablauf beeinflusst. Nur 35 Prozent der arbeitenden Bevölkerung kommt dazu, ein richtiges Mittagessen einzunehmen, und nur jeder Zweite hat Zeit zu frühstücken.
    • Zeit zum Kochen ist Luxus: Wem generell wenig Zeit zum Essen bleibt, dem fehlt erst recht die Zeit zum Kochen. Obwohl viele gerne öfter am Herd stehen würden, bleiben 36 Prozent der Bevölkerung unter der Woche nichts anderes übrig, als ihr Essen möglichst schnell zuzubereiten. Kochen wird dadurch immer mehr zu einem Wochenendvergnügen.
    • Zurück zum Ursprünglichen: Menschen, die Wert auf eine gesunde Ernährung legen, achten auch auf Herkunft und Produktionsweise von Lebensmitteln. Frische ist für 82 Prozent das wichtigste Auswahlkriterium. Produkte aus artgerechter Tierhaltung sowie regionale und saisonale Lebensmittel stehen bei Gesundheitsbewussten besonders hoch im Kurs.
    Gerhard Berssenbrügge und Liselotte Schebek, Mitglieder im Beirat des Nestlé Zukunftsforums (NZF), auf der Beiratssitzung.

    Ich erhoffe mir, dass wir dazu beitragen können, den Wert der Ernährung in unserer Gesellschaft höher anzusiedeln. Im Nestlé Zukunftsforum haben wir uns das als Aufgabe gegeben.

    Gerhard Berssenbrügge

    Nach einer lebhaften interdisziplinären Diskussion fasste die Vorsitzende des unabhängige Beirats, Renate Schmidt, das Veränderungsziel des NZF mit einem Satz zusammen. Er ist visionäres Leitbild für eine neue Kultur der Ernährung und soll als Diskussions- und Arbeitsgrundlage dienen:

    Renate Schmidt, Vorsitzende des Nestlé Zukunftsforum, und Gerhard Berssenbrügge, Beiratsmitglied, diskutieren auf der konstituierenden Sitzung.

    Wir ernähren uns gesund, ohne der Umwelt oder anderen zu schaden und die breite Gesellschaft kann dies umsetzen.

    Renate Schmidt

    Am Ende des Tages hatten sich die Beiräte auf drei Grundannahmen verständigt, die die thematischen Schwerpunkte für das Programm der kommenden Jahre legen.

    Für das Jahr 2010 formulierten die Beiräte eine zentrale Forschungsfrage: „Wie können wir Ernährung und Essen als Katalysator für Gemeinschaft, Kommunikation und Wohlbefinden in einer sich durch Arbeitswelt, Familienstrukturen, Medien und den demografischen Wandel transformierenden Gesellschaft stärken?“

    Antworten darauf wird der Beirat auf seinem ersten öffentlichen Symposium am 6. September vorstellen.

    Gunther Hirschfelder und Jens Krüger, Mitglieder im Beirat des Nestlé Zukunftsforums (NZF), diskutieren auf der Beiratssitzung.

    Ich habe gespürt, dass wir etwas entwickeln können und dass wir alle an einem Strang ziehen.

    Jens Krüger

     



     



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